Friday 19. July 2019

aktion leben: Äußerungen von BM Stöger zu Abbrüchen einseitig und zynisch

„Der Vorstoß von Gesundheitsminister Alois Stöger, Abtreibungen in ganz Österreich in öffentlichen Krankenhäusern durchzuführen, ist heuchlerisch und einseitig“, erklärt Dr. Gertraude Steindl, Präsidentin der aktion leben österreich.

 

„Der Gesundheitsminister kann keine Ärztin, keinen Arzt zwingen, einen Abbruch durchzuführen“, betont die aktion leben-Präsidentin. Sie fordert den Gesundheitsminister auf, stattdessen konkrete Vorschläge zu machen, wie Schwangerschaftsabbrüche vermieden werden können. Nur Schwangerschaftsabbrüche möglichst billig anzubieten, könne nicht das Ziel einer verantwortungsvollen Gesundheitspolitik sein.
 

Stöger verweigert seriös erhobene Informationen

Steindl kritisiert, dass Gesundheitsminister Stöger die Augen vor der Realität verschließt. Ausschließlich erweiterte Möglichkeiten zum Schwangerschaftsabbruch zu fordern, sei unprofessionell und zynisch. „Als Basis für jegliche Maßnahme in diesem Bereich brauchen wir eine seriöse Statistik und Motivenerforschung, die auf wissenschaftlichen Grundlagen basiert. Wir müssen endlich auch in Österreich wissen, wie viele Schwangerschaftsabbrüche es jährlich gibt und warum.“

Obwohl es keinen vernünftigen Grund dagegen gibt, verweigert Bundesminister Stöger beharrlich eine Statistik über Schwangerschaftsabbrüche. Das Gespräch mit aktion leben über dieses Thema lehnt er ab. „Wir verstehen auch nicht, warum der Gesundheitsminister völlig uninteressiert daran ist, auf die langjährigen Erfahrungen einer professionellen Schwangeren-Beratungsstelle wie aktion leben zurückzugreifen.“ Hier würde er wertvolles und fundiertes Wissen über die Lebenssituationen und Notlagen schwangerer Frauen erhalten. Auch könne aktion leben nicht nachvollziehen, dass er sich gegenüber sinnvollen Vorschlägen für Präventivmaßnahmen total verschließt, wo er sich doch in anderen Bereichen für Vorsorgemedizin stark macht.“
 

Prävention hat oberste Priorität

Um Schwangerschaftsabbrüche vermeiden zu können, seien umfassende Informationen nötig, ist die aktion leben-Präsidentin überzeugt. Sie verweist auf die Erfahrungen in den anderen europäischen Ländern, in denen es die jeweiligen Regierungen als ihr erklärtes Ziel betrachten, die Zahl der Schwangerschaftsabbrüche möglichst gering zu halten. Und in denen eine Statistik und die kontinuierliche Erhebung der Motive und Erforschung der Gründe von Schwangerschaftsabbrüchen als wichtig erachtet werden.  
aktion leben bietet aus diesem Grund dem Gesundheitsminister nochmals mit Nachdruck an, ihm ihre aktuelle Parlamentarische Bürgerinitiative „Fakten helfen!“ vorzustellen. Mit dieser fordert der unabhängige Verein

  1. die bundesweite anonymisierte Statistik über Schwangerschaftsabbrüche und deren jährliche Veröffentlichung sowie
  2. die regelmäßige wissenschaftliche und anonyme Erforschung der Gründe für Schwangerschaftsabbrüche als Basis für Prävention und bedarfsgerechte Hilfen.


Alle Informationen zur Bürgerinitiative finden Sie auf der Kampagnenhomepage www.fakten-helfen.at.

 

 


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aktion leben österreich ist ein überkonfessioneller, überparteilicher karitativer Verein, der sich vorwiegend aus privaten Spenden finanziert. Neben der Beratung und Unterstützung von schwangeren Frauen engagiert sich aktion leben auch in der Bildungsarbeit für Kinder und Jugendliche sowie in der aktiven Öffentlichkeitsarbeit zu bioethischen Fragen. Darüber hinaus setzt sich aktion leben für eine kinder- und elternfreundliche Gesellschaft ein.
In den Bundesländern gibt es selbstständige aktion leben-Vereine, die mit aktion leben österreich inhaltlich und organisatorisch eng zusammenarbeiten.
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