Monday 21. October 2019

Bürgerinitiative „Fakten helfen": aktion leben weist Anschuldigungen zurück

„Unsere Forderung nach einer Statistik über Schwangerschaftsabbrüche und einer regelmäßigen wissenschaftlichen Erforschung der Motive stößt auf Kritik, die jeder Grundlage entbehrt“, stellt Mag. Martina Kronthaler, Generalsekretärin der aktion leben österreich, in einer Aussendung klar.

 

Kronthaler weist entschieden die Unterstellung zurück, es gehe der aktion leben um einen „erschwerten Zugang zum Schwangerschaftsabbruch“ oder „Frauen würden zusätzlich belastet werden“. „Unsere Bürgerinitiative ‚Fakten helfen‘ hat das Ziel, in einem ersten Schritt herauszufinden, wie viele Abbrüche es in Österreich gibt“, sagt Kronthaler. Die Meldepflicht würde ausschließlich beim Arzt liegen, für die Frauen ändert sich dadurch bei einem Abbruch nichts.

 

Studien als essenzielle Handlungsgrundlage

Wissenschaftlich und auf freiwilliger Basis soll zudem regelmäßig im Auftrag der öffentlichen Hand erforscht werden, welche Motive für das Austragen oder Abbrechen einer Schwangerschaft ausschlaggebend sind. „Studien über Familienplanung stellen eine essenzielle Handlungsgrundlage für die Politik dar“, erklärt Kronthaler.

 

Es gibt keine „zuverlässigen“ Schätzungen

Die Aussage, es gebe zuverlässige Schätzungen etwa, sei ein Widerspruch in sich. „Es mag richtig sein, dass jedes Institut oder jede ärztliche Praxis, in denen Schwangerschaftsabbrüche durchgeführt werden, eine eigene Statistik führt. Doch wenn diese nur internen Zwecken dienen und somit geheim bleiben, kann über österreichweite Zahlen nur spekuliert werden“, betont Kronthaler. Und wenn Zahlen für „zuverlässige“ Schätzungen da sind, könne es auch kein Problem sein, sie zu melden.

 

Ja zu Sexualpädagogik und Verhütung

„Schätzungen sagen uns zum Beispiel nicht, wie viele Jugendliche eine Schwangerschaft abbrechen. Oder wie viele Frauen, die bereits Kinder haben, nicht effizient verhüten. Um zielgruppenspezifische Maßnahmen zu setzen und auf ihre Wirksamkeit hin zu prüfen, brauchen wir Zahlen und mehr gesichertes Wissen.“ Auch die aktion leben wisse sehr wohl, das Sexualpädagogik und Verhütung eine der wichtigsten Präventionsmaßnahmen sind: „Seit Jahrzehnten sind wir in diesem Bereich tätig“, unterstreicht Kronthaler.

 

Auch sozialpolitische Maßnahmen sind notwendig

„Nach jahrzehntelanger Beratung und Unterstützung schwangerer Frauen wissen wir, dass es über Sexualpädagogik und Verhütung hinaus auch gesellschaftspolitische Maßnahmen braucht.“ Die Geburt eines Kindes bringt derzeit vor allem alleinerziehende Mütter oder Mehrkindfamilien in existenzielle oder berufliche Nöte – hier gilt es ebenfalls hinzuschauen und zu handeln.

 

Werbung für Beratung statt Pflichtberatung

aktion leben ist seit fast 60 Jahren im Bereich Schwangerenberatung tätig. Niemals habe die aktion leben eine verpflichtende Beratung gefordert: „Aus unserer Erfahrung wissen wir, dass Beratung nur wirksam ist, wenn sie auf freiwilliger Basis geschieht. Eine Pflichtberatung, wie sie etwa in Deutschland vorgeschrieben ist, halten wir für nicht zielführend“, sagt die aktion leben-Generalsekretärin.

Allerdings sei es notwendig, dass Frauen über alle zur Verfügung stehenden Möglichkeiten einer Beratung Bescheid wissen. Nur auf der Basis einer umfassenden Information könne eine langfristig tragfähige Entscheidung getroffen werden.

 

 

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aktion leben österreich ist ein überkonfessioneller, überparteilicher karitativer Verein, der sich vorwiegend aus privaten Spenden finanziert. Neben der Beratung und Unterstützung von schwangeren Frauen engagiert sich aktion leben auch in der Bildungsarbeit für Kinder und Jugendliche sowie in der aktiven Öffentlichkeitsarbeit zu bioethischen Fragen. Darüber hinaus setzt sich aktion leben für eine kinder- und elternfreundliche Gesellschaft ein.
In den Bundesländern gibt es selbstständige aktion leben-Vereine, die mit aktion leben österreich inhaltlich und organisatorisch eng zusammenarbeiten.
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