Donnerstag 23. November 2017

Abbruchzahlen verstehen

Abbruchzahlen müssen richtig gelesen werden. Angegeben wird in der Abbruchstatistik mehr als die bloße Anzahl der Abtreibungen. Interessant ist, welche Kennzahlen international üblich sind und wie sich diese Zahlen vergleichen lassen.

 

Drei Zahlen sind vor allem in den Statistiken wichtig:

  1. Erstens werden die absoluten Zahlen gezählt. Sie sagen aus, wie viele Frauen in einem Land oder Landesteil sich im Berichtszeitraum für einen Abbruch entschieden haben. Die Zahl ist eine wichtige Maßzahl für die Betroffenheit in einem bestimmten Zeitabschnitt im jeweiligen Land oder Landesteil.
  2. International üblich ist es, die Quote der Abbrüche pro 1000 Frauen zwischen 15 und 44 Jahren anzugeben. Bezeichnet wird diese Zahl als Abbruchrate. Sie ist die gebräuchliche Vergleichszahl zwischen den Ländern und Regionen. Die Zahl ist auch für die Beobachtung im Zeitverlauf relevant, denn im Gegensatz zur absoluten Zahl an Abbrüchen berücksichtigt sie die Anzahl der potentiell betroffenen Frauen. D.h. es kann z.B. von einem zum anderen Jahr weniger Abbrüche, aber eine höhere Abbruchrate geben, wenn zum Beispiel die geburtenschwachen Jahrgänge ins fruchtbare Alter kommen.  
  3. Üblich ist auch, das Verhältnis der Zahl der Abbrüche zur Zahl der Geburten zu berechnen. Auch diese Zahl wird manchmal als Abbruchrate bezeichnet, weshalb immer auch die Erläuterungen zur Statistik wichtig sind. Diese Zahl zeigt, jede wievielte Schwangerschaft abgebrochen wird. Sie gibt die Wahrscheinlichkeit eines Abbruchs bei Eintreten einer Schwangerschaft an an und zeigt damit indirekt, wie willkommen Kinder sind.

Interessant ist außerdem zu erheben, wie viele Frauen Abbruchserfahrungen haben, es wird dabei auch von der Abbruchhäufigkeit gesprochen. Dabei wird nicht ein bestimmter Zeitraum betrachtet. Es wird vielmehr erhoben, z.B. durch eine repräsentative Befragung, wie viel Prozent einer bestimmten Gruppe an Frauen (zum Beispiel der Frauen zwischen 15 und 44 Jahren) bisher in ihrem Leben einen Abbruch hatten. Interessant ist dabei, ob von allen Frauen ausgegangen wurde, oder nur von jenen Frauen, die jemals schwanger waren.

 

Alle diese Zahlen werden in Relation gesetzt zu anderen, erhobenen Daten wie Alter der Frau, vorangegangener Geburt, Bildungsstand und anderes mehr.

 

 

 

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