Sonntag 24. September 2017

aktion leben: Abtreibung ist kein No-Go-Thema

„Es ist mittlerweile unerträglich, dass Abtreibung in Österreich nicht sachlich behandelt werden kann“, stellt aktion leben-Generalsekretärin Mag. Martina Kronthaler fest. So sollen sich ORF-Journalistinnen und Journalisten via Social Media nicht zum Thema „Abtreibung“ äußern. Und manche Parteien blockieren seit Jahrzehnten aus rein ideologischen Gründen eine vernünftige Auseinandersetzung zum Thema.

 

 

„Wir erwarten von einer neuen Regierung auch in dieser Frage einen neuen Stil, der dem sensiblen Thema und den Betroffenen gerecht wird“, appelliert Kronthaler an die wahlwerbenden Parteien.

 

Dass es keine verlässlichen Daten über Abbrüche in Österreich gibt, müsste jeder Journalistin und jedem Journalisten gegen den Strich gehen. Recherchen beginnen in der Regel mit der Zusammenstellung von Fakten“, führt Kronthaler weiter aus. „Dass ,Fakten helfen!‘ - mit fast 54.000 Unterschriften die erfolgreichste Bürgerinitiative seit 2011 – reflexartig von einigen Parteien abgelehnt wird, ist ein Armutszeugnis. Sie zeugt von der fehlenden Bereitschaft, Bürgeranliegen fair zu behandeln.“ Die Menschen wünschen eine lösungsorientierte Politik, die sich schwierigen Themen konstruktiv und nicht mit uralter Scheuklappen-Mentalität widmet. Mit „Fakten helfen!“ fordert aktion leben eine anonyme Statistik über Schwangerschaftsabbrüche sowie die wissenschaftliche Erforschung der Gründe für Abbrüche.

 

Künstliche Ideologisierung schadet

 

„Diese künstliche Ideologisierung schadet enorm“, so Kronthaler. Frauen im Schwangerschaftskonflikt werden zum Beispiel staatlich anerkannte Beratungsangebote vorenthalten, weil die Stadt Wien aus ideologischen Gründen nicht darauf verlinkt und sie in den entsprechenden Publikationen nicht erwähnt. Unterstützungsangebote für ein Leben mit Kind werden als Manipulationsversuche dargestellt. In Deutschland hingegen gibt es einen Hilfsfonds für Mütter in Not genau für diesen Zweck, dotiert mit knapp 100 Millionen Euro! Die einzige Hilfe, die Frauen in Österreich erhalten und für die sich manche sehr stark einsetzen, ist die Bezahlung eines Abbruchs mit öffentlichen Mitteln. „Wo bleibt hier die Ausgewogenheit?“

 

Besseres Verständnis für Schwangeren-Beratung

 

Das Hauptproblem, so Kronthaler, liege darin, dass der Wert von Schwangerenberatung als wertvolle Begleitung bei der Entscheidungsfindung im Schwangerschaftskonflikt nicht verstanden wird. „Professionelle Beratung stabilisiert und stärkt die Frau/das Paar in einer absolut krisenhaften Situation. Sie bietet verlässliche Informationen, ist wertschätzend und ergebnisoffen. Eine Entscheidung für einen Schwangerschaftsabbruch sollte nicht aus Angst, in Panik oder aufgrund mangelnder Informationen oder Unterstützung getroffen werden müssen. Professionelle Beratung kann Raum zum Durchatmen schaffen.“

 

900 Frauen suchten im vergangenen Jahr die Beratungsstelle von aktion leben auf.

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